Die UV-Laserbeschriftung zählt heute zu den präzisesten und materialschonendsten Verfahren zur industriellen Kennzeichnung. Besonders in sensiblen Branchen wie Medizintechnik, Elektronik, Mikroelektronik oder Kunststoffverarbeitung ist sie längst ein etablierter Standard.
Bei der UV-Laserbeschriftung handelt es sich um ein Laserkennzeichnungsverfahren, bei dem ultraviolettes Laserlicht zur Erzeugung dauerhafter Markierungen auf unterschiedlichsten Materialien eingesetzt wird.
Charakteristisch ist die sehr kurze Wellenlänge des UV-Lasers. Während klassische Faserlaser im infraroten Bereich arbeiten und CO₂-Laser im fernen Infrarot, liegt die Wellenlänge eines UV-Lasers typischerweise bei rund 355 nm.
Diese kurze Wellenlänge führt zu:
Die UV-Laserbeschriftung wird deshalb häufig auch als „kalte Laserbeschriftung“ bezeichnet.
Der wesentliche Unterschied zwischen UV-Lasern und klassischen Infrarot-Lasern liegt in der Art, wie das Material durch die Laserstrahlung beeinflusst wird.
Während bei CO₂- und Faserlasern der Materialabtrag überwiegend thermisch erfolgt, nutzt der UV-Laser in hohem Maß photochemische Effekte.
Das bedeutet:
In der Praxis führt das zu:
Gerade bei empfindlichen Bauteilen ist dieser Effekt entscheidend.
Der grundsätzliche Ablauf einer UV-Laserbeschriftung ist vergleichbar mit anderen galvobasierten Lasermarkiersystemen. Die Besonderheit liegt jedoch in der Strahlquelle und im Wechselwirkungsmechanismus mit dem Werkstoff.
Der typische Prozess lässt sich in fünf Schritten beschreiben:
1. Erzeugung des UV-Laserstrahls
Die UV-Strahlung wird meist durch Frequenzvervielfachung eines Festkörperlasers erzeugt. Aus einem infraroten Grundlaser entstehen durch nichtlineare Kristalle die ultraviolette Wellenlänge.
2. Strahlformung und Strahlführung
Über Spiegel, Strahlaufweiter und Kollimatoren wird der Strahl so vorbereitet, dass ein extrem kleiner Fokusdurchmesser möglich ist.
3. Ablenkung über Galvo-Scanner
Schnell bewegte Scannerspiegel lenken den Strahl über das Werkstück. Dadurch entstehen Texte, Codes, Grafiken oder hochauflösende Strukturen.
4. Fokussierung auf die Werkstückoberfläche
Über eine F-Theta-Linse wird der Laserstrahl exakt auf die Oberfläche fokussiert.
5. Photochemische Wechselwirkung mit dem Material
Das Material absorbiert die UV-Strahlung sehr effizient. Die Markierung entsteht überwiegend durch direkte Bindungsauflösung oder sehr feinen Materialabtrag.
Der Begriff „kalte Beschriftung“ ist technisch nicht vollständig korrekt, beschreibt jedoch den praktischen Effekt sehr gut.
Im Vergleich zu anderen Lasersystemen:
Besonders wichtig ist das bei:
Gerade Leiterplatten oder Mikrochips würden bei thermischer Markierung häufig beschädigt oder optisch verfälscht.
Die UV-Laserbeschriftung wird bevorzugt dort eingesetzt, wo andere Laserquellen an ihre Grenzen stoßen.
Typische Materialien sind:
Ein großer Vorteil ist die sehr hohe Kontrastbildung auf vielen Kunststoffen – häufig ohne Additive oder Vorbehandlung.
Die industrielle Relevanz der UV-Laserbeschriftung zeigt sich vor allem in folgenden Einsatzfeldern:
In der Medizin ist Hygiene oberstes Gebot. UV-Laser erzeugen glatte Markierungen auf chirurgischen Instrumenten oder Kathetern, die keine Angriffsfläche für Bakterien bieten und sterilisationsfest sind.
Ob Leiterplatten (PCBs) oder winzige Mikrochips: Die UV-Beschriftung ermöglicht eine Rückverfolgbarkeit ohne die Gefahr, die empfindliche Elektronik durch Hitze zu beschädigen.
Während herkömmliche Laser Glas oft grob splittern lassen, erlaubt der UV-Laser filigrane Gravuren und Markierungen auf hochwertigem Glas für die Pharma- oder Kosmetikindustrie.
Die Wahl der Laserquelle entscheidet wesentlich über das Markierergebnis.
Eine vereinfachte Gegenüberstellung:
Für hochauflösende Kennzeichnung empfindlicher Materialien ist der UV-Laser in vielen Fällen die technisch überlegene Lösung.
Mit UV-Lasern lassen sich unterschiedliche Markiermechanismen realisieren:
Besonders relevant ist dabei die sehr feine Kontrolle der Pulsenergie. Dadurch lassen sich reproduzierbare Ergebnisse auch bei sehr kleinen Strukturen erzielen.
In der Praxis entscheiden mehrere technische Faktoren über die tatsächliche Markierqualität:
Gerade bei Serienfertigung mit engen Toleranzen ist die langfristige Stabilität des Systems entscheidend für gleichbleibende Markierergebnisse.
Trotz der vielen Vorteile bringt die UV-Laserbeschriftung auch besondere Anforderungen mit sich:
Dafür lassen sich jedoch Prozesse realisieren, die mit anderen Lasertechnologien technisch nicht oder nur mit erheblichen Nachteilen möglich wären.
Mit zunehmender Miniaturisierung, steigenden Rückverfolgbarkeitsanforderungen und höherer Materialvielfalt wächst der Bedarf an:
UV-Laser erfüllen diese Anforderungen in besonderem Maß und sind deshalb ein zentraler Baustein moderner Industrie-4.0-Produktionsumgebungen.
Die UV-Laserbeschriftung ist ein hochpräzises, photochemisch geprägtes Markierverfahren, das sich vor allem für empfindliche Materialien und kleinste Strukturen eignet.
Die wichtigsten Merkmale auf einen Blick:
Damit stellt die UV-Laserbeschriftung eine technisch entscheidende Ergänzung zu klassischen Faser- und CO₂-Lasersystemen dar – insbesondere überall dort, wo Präzision, Materialschonung und Prozesssicherheit im Vordergrund stehen.